Blood on the tracks

Dylan fällt auf den Kopf, klopft mal kurz an die Himmelstür, spielt Country und schreibt den Soundtrack zu seiner eigenen Scheidung

„Ich kann nicht schreiben, wenn es mir gut geht. Wenn es mir gut geht, dann spiele ich. Wenn ich schreibe, bin ich krank.“ (Zitat Dylan 1963)

Im Mai 1966 feiert Dylan seinen 25. Geburtstag. Fast im Alleingang hat er die Rockmusik, vor allem mit seinen Texten revolutioniert und sie zu einer Kunstform erhoben. Er verkauft Millionen von Schallplatten und hat mittlerweile absoluten Kultstatus erreicht. Nur noch die Beatles können ihm das Wasser reichen.

Doch am 30. Juli überschlagen sich die Gerüchte in den Zeitungen: Bob Dylan sei verunglückt, er habe ein Ende a la James Dean gefunden. Fakt ist: Dylan stürzte am Vortag mit seinem Motorrad in der Nähe von Woodstock, zieht sich zwar heftige, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen zu. Künstler in jeder Lebenslage, erkennt er darin eine Möglichkeit, der Welt, wie er sie bis dahin gekannt hatte, ein Ende zu setzen und er zögert nicht, es zu tun. Fast zwei Jahre lang entzieht er sich der Öffentlichkeit. Er genießt das Landleben in der Nähe von Woodstock und gründet eine Familie.

Einiges von dem, was Dylan in dieser Zeit an Musik veröffentlicht, stößt bei seiner Fangemeinde und manchem Kritiker eher auf Unverständnis.
Über „Selfportrait” (einer LP von 1970) meint er sogar: „Ich habe diese Platte nur gemacht damit mich die Leute endlich in Ruhe lassen und aufhören mich zu belästigen.” Auch in den folgenden Jahren zeigt er wenig Neigung, sich auf die Mechanismen und Zwänge des Rockbusiness einzulassen. Im Grunde ist er nur noch Rockgeschichte. Kein prägender Bestandteil der aktuellen Szene. Doch Anfang der siebziger beginnt Dylans private Idylle zu bröckeln, seine Ehe gerät in die Krise. Eine spektakuläre Comebacktournee und neues Songmaterial markieren einen Wendepunkt in seinem Schaffen als Künstler. Als seine Ehe endgültig zerbricht, verarbeitet Dylan diesen Verlust mit einem seiner eindringlichsten Werke „Blood On The Tracks”.

Wie schon im ersten Programm „Like A Rolling Stone” begleiten wir Sie mit Musik aus Dylans Feder durch den Abend. Erfahren Sie einiges über sein Innenleben, seine Songs, warum er ein Album zweimal aufnimmt und vor allem wie eine Beziehungskrise einen Stein wieder ins Rollen bringt.

Helmut Maierhofer
Idee und Konzept, Gitarre, Mundharmonika, Gesang
Lilli Wohlmann
Klavier, Akkordeon, Gesang
Andreas Hajdusic
Gitarre, Mundharmonika, Schlagzeug, Gesang
Peter Wohlmann, „Gästchen"
Klavier
Technik
Idris Gözek
Regie
Franziska Wohlmann-Pfeifer