C(r)ash

Thriller von Rupert Henning

Ein schönes, neues Eigenheim am Land, ein Quickie auf dem Fußboden – und das Leben von Trish und Rizzo scheint perfekt. Ein glückliches, junges Ehepaar.

Sie ist eine ausgebildete, arbeitslose Kinderärztin; er ein Lebenskünstler und Software-Experte, der mit der Entwicklung und dem Verkauf einer Foto-App fürs Handy mit einem Schlag sehr viel Geld gemacht hat. Die beiden kaufen ein Haus und ziehen von New York aufs „Land”. Junge Liebe, beruflicher Erfolg, reichlich Geld und ein schmuckes Eigenheim – der idyllische Traum vom „bürgerlichen” Leben scheint perfekt. Die jungen Leute fühlen sich sicher und geborgen. Das Glück lacht ungetrübt und verspricht den beiden eine rosige Zukunft.

Doch dann läutet es an der Tür. Der Cop Leroy Brooks hat „Licht gesehen”….

Aus einem zunächst harmlosen, unverfänglichen Geplauder entsteht bald ein Psychodrama auf Leben und Tod.

Die Globalisierung hat uns Menschen weltweit einander näher gebracht. Aber diese Nähe verunsichert auch, macht Angst.
Durch das Internet und die (Sozialen) Medien wurden wir zu gläsernen Usern.
Die Globalisierung hat dem Kapitalismus freien Lauf gelassen. Die Geldwirtschaft hat sich von der realen Wirtschaft abgekoppelt. An den Börsen wird skrupellos auf Nahrungsmittel spekuliert. Immobilienblasen haben Bankenpleiten und weltweite Wirtschaftskrisen ausgelöst. Viele Menschen verloren ihr Vermögen, ihre Ersparnisse oder ihren Job. Banken wurden gerettet, die Reichen wurden reicher, die Armen ärmer. Die soziale Schere geht immer mehr auseinander. Viele Menschen können von ihrem Full-Time-Job nicht mehr leben. Eine solide Ausbildung ist keine Garantie mehr für eine erfolgreiche Berufskarriere. Und soziale Leistungen werden gekürzt.
Die Menschen sehnen sich nach Stabilität und Sicherheit.

Manche Menschen haben Glück. Sie haben beruflich Erfolg und machen eine Menge Geld. Das wiegt sie in Sicherheit. Sie können sich nicht vorstellen, dass ihre heile Welt einmal zusammenbrechen könnte.

Für die Verlierer der Globalisierung aber ist der Traum vom kleinen Glück ausgeträumt.
Sie fürchten den sozialen Abstieg. Sie sind auch anfällig für Populisten und deren „einfache Lösungen” für tatsächlich komplexe Probleme. Ihr Feindbild: die ganz oben und die ganz unten. Ihre Wut entlädt sich brutal, weil „anonym” – in den Blasen der Gleichgesinnten in den Sozialen Medien.

So leben wir heute in einer überschaubaren, „kleinen” Welt – und doch in völlig unterschiedlichen Realitäten, die sich immer mehr von einander entfernen.
Mit „C(r)ash” hat Rupert Henning ein klassisches Well-made-play über die innere und äußere Sicherheit, über Wirtschafts- und Existenzkrisen und den großen Traum vom kleinen Glück geschrieben. Der viel beschworene American Dream – bei Henning ist er längst schon ausgeträumt. Denn natürlich ist der Cop ein Psychopath, der sich sein zwangsversteigertes Haus von den neuen Besitzern zurückholen will.

Rupert Henning: „Es geht in diesem Stück um die Auseinandersetzung mit der sogenannten bürgerlichen Lebensweise und der scheinbaren Sicherheit, die sie uns bietet”
Trish Rizzo
Stefanie Elias
Artie Rizzo
Manuel Dragan
Leroy S. Brooks
Helmut Maierhofer
Bühne
Peter W. Hochegger/Werner Wurm
Kostüme
Petra Teufelsbauer
Technik
Cornelia Schmidt/Alexander Schönmann
Inszenierung
Peter W. Hochegger
Fotocredit
Harald Brutti