Krach im Hause Gott

tww-Eigenproduktion

Ein modernes Mysterienspiel von Felix Mitterer

Der liebe Gott hat die Schnauze voll! Ihm reicht’s! Er kann und will nicht mit länger ansehen, wie die Menschen sich und die Erde zerstören. Die Geschöpfe dieser Erde sind seit 2000 Jahren gewalttätig, ungerecht und zerstörerisch. So hatte er das nicht gemeint: „Macht euch die Erde untertan.“

Krach im Hause Gott

Dem Burnout nahe, entscheidet sich Gott, der Menschheit ein Ende zu bereiten und sie gänzlich zu vernichten. Doch Sohn Jesus, der Heilige Geist und Satan haben die Möglichkeit noch ein Wörtchen mitzusprechen. Die Diskussion gerät schnell aus den Fugen, die Wogen gehen hoch. Ein regelrechter Familienstreit entflammt, denn so Satan: „Ich bin auch sein Sohn.” Die Brüder verlieren sich in Anschuldigungen und Kränkungen und haben doch eines gemeinsam: sie stehen beide als Fürsprecher für die Menschen ein, während Gott und Heiliger Geist die Vernichtung herbei sehnen.

Aber, Herr Gott nochmal, haben wir bei dieser herrlichen Familienzusammenkunft nicht jemanden vergessen? Wo ist eigentlich die Mutter?

Felix Mitterer geht dieser Frage mit Wortwitz, Charme und viel Humor, aber nicht minder kritischen Tönen, auf den Grund. Er schöpft inhaltlich und formal aus traditionell katholischen Wurzeln; verarbeitet aber auch viele Ansätze moderner, nicht zuletzt feministischer Theologie und ist in dieser Thematik immer noch brandaktuell.

Zum Stück

Auf Anregung von Otto Schenk schrieb Felix Mitterer 1989 für das Theater in der Josefstadt eine neue Variante der alten geistlichen Moralität „Everyman”, im Gegensatz zu anderen Neufassungen (zuletzt Hofmannsthal) aber vom Mittelalter in die heutige Zeit verlegt und „Ein Jedermann” betitelt. Wie im alten Stück gab es auch hier ein Vorspiel in dem die göttlichen Personen auftreten und über den Untergang von Jedermann beraten. Dieses Vorspiel dauerte etwa 10 Minuten und erschien dem Regisseur Erwin Steinhauer und dem Hauptdarsteller Helmut Lohner viel zu lang, eigentlich als Stück vor dem Stück. So wurde es um die Hälfte gekürzt. Zwei Freunde Mitterers, Charly Rabanser (Schauspieler) und Maurus Mosetig (Regisseur) gaben den Ausschlag die Idee nicht zu verwerfen und meinten das wäre eine Chance, die Menschen auf unterhaltsame Weise mit theologischen Problemstellungen, mit den Auswirkungen der monotheistischen Religion vom Ursprung bis heute zu konfrontieren. In einer weiteren Ausarbeitung kam schließlich hinzu, was Mitterer bisher immer gefehlt hatte, was ihm schon seit Jahren an der christlichen Religion fehlte, nämlich das Weibliche. Wo ist die Frau? Christa Mulack, Theologin, Soziologin, Pädagogin half ihm dieser Frage nachzugehen.

„Ihre Bücher „Maria – Die geheime Göttin im Christentum” und „Jesus – Der Gesalbte der Frauen” (Kreuzverlag) öffneten mir die Augen”.

Zum Autor

Felix Mitterers Stücke zählen zu den meistgespielten in Österreich. Wie kaum jemand sonst versteht er es, ungewöhnliche Schicksale dramaturgisch in Szene zu setzen. Geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, ist Mitterer seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor, mitunter auch selbst Schauspieler. Sein Blick gilt oft den Außenseitern, den sozial Randständigen und jenen, die den Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen. Zu seinem 70. Geburtstag im Februar 2018 erschien seine Autobiographie „Mein Lebenslauf". (Haymon Verlag)

Besetzung

  • Gott
    Helmut Maierhofer
  • Sohn
    Bernhard Georg Rusch
  • Geist
    Martin Purth
  • Muttergottes
    Claudia Marold
  • Satan
    Andreas Hajdusic

Team

  • Bühne
    Werner Wurm
  • Kostüme
    Petra Teufelsbauer
  • Lichtdesign
    Martin Kerschbaum
  • Technik
    Gottfried Binder, Cornelia Schmidt
  • Musik
    Andreas Hajdusic
  • Inszenierung
    Ursula Leitner