Zweifel

Schauspiel von John Patrick Shanley

Zweifel (Doubt) ist ein Stück über Rassenproblematik und Bildungsmisere, über Gleichberechtigung und den Kampf der Geschlechter. Ein Stück über den Missbrauch Schutzbefohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche.

Zweifel
  1. Die schon etwas ältere Schwester Aloysius leitet despotisch eine kirchliche Schule, an der Vater Flynn und Schwester James als Lehrer arbeiten. Schwester James ist jung und naiv; Vater Flynn sympathisch und beliebt. Er leitet das Basketballteam der Schule und kümmert sich rührend um seine Schützlinge. Die mehr als korrekte Schwester Aloysius hat allerdings ihre Zweifel an der moralischen Integrität des Priesters und lässt Schwester James ein Auge auf dessen Wirken haben. Als die vertrauensselige Schwester ihr kurz darauf meldet, sie habe beobachtet, wie Donald Muller, der erste farbige Schüler der Schule und einer der Messdiener Flynns, sich merkwürdig verhalte und zudem nach Wein gerochen habe, verdächtigt Aloysius Vater Flynn, denKnaben zu missbrauchen.

Was folgt, ist eine Hexenjagd mit umgekehrten Vorzeichen: Aloysius will sich nicht an die – durchwegs männliche – Kirchenhierarchie wenden, sondern stellt Flynn direkt zur Rede. Der streitet alles ab, erklärt die Umstände, gibt glaubwürdige Gründe für sein Verhalten. Doch Aloysius misstraut ihm weiterhin. Sie lädt die Mutter des Jungen zu einem Gespräch. Diese hat jedoch kein Interesse an einem Skandal und will nichts von den Dingen sehen und hören, die ihrem Sohn zugestoßen sein könnten. Schwester Aloysius gräbt dennoch unerbittlich weiter in Vater Flynns Vergangenheit, nährt ihren Verdacht und führt ihren mitleidlosen Rachefeldzug gegen einen Mann, an dessen Sündhaftigkeit sie unumstößlich glaubt.

Zweifel (Doubt) ist ein Stück über Rassenproblematik und Bildungsmisere, über Gleichberechtigung und den Kampf der Geschlechter. Ein Stück über den Missbrauch Schutzbefohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche.

Die geradezu inquisitorische Art und Weise, in der Schwester Aloysius ihren einmal geschöpften, äußerst vagen Verdacht verfolgt, ihn schließlich „bestätigt" sieht und in Konsequenzen münden lässt, erinnert auch an den Verlust bürgerlicher Freiheiten und rechtsstaatlicher Garantien im vergeblichen Kampf gegen den Terror.

In jedem Fall hat John Patrick Shanley mit seinen Fragen über den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung ein intelligentes und provokantes Stück vorgelegt.

Besetzung

  • Schwester Aloysius
    Franziska Wohlmann
  • Schwester James
    Stefanie Elias
  • Vater Flynn
    Helmut Maierhofer
  • Mrs. Muller
    Carole Alston

Team

  • Bühne
    Peter W.Hochegger/Werner Wurm
  • Kostüme
    Petra Teufelsbauer
  • Technik
    Jakob Miksits
  • Lichtdesign
    Martin Kerschbaum
  • Inszenierung
    Peter W. Hochegger
  • Fotocredit
    Harald Brutti